Tradition und Geschichte

Wir singen seit fast 180 Jahren in Radebeul

© Chorausfahrt 2018 / Männerchor Radebeul e.V. „Liederkranz 1844“

Ein Männerchor mit langer Geschichte

Der Männergesangsverein „Liederkranz“ wurde 1844 im Dorf Kötzschenbroda gegründet. Seit fast 180 Jahren lebt die Tradition dieses Männerchores fort. Seit 1990 singen wir gemeinsam als Verein Männerchor Radebeul e.V. „Liederkranz 1844“. Als über 100 Jahre alter Chor wurden wir 1997 vom Bundespräsidenten mit der Zelter-Plakette ausgezeichnet.

Hier finden Sie chronologisch geordnet alle Details und Ereignisse rund um den Chor, seine LeiterInnen und Mitglieder. Wir danken Barbara Sehnert für das Verfassen unserer Chronik bis zum Jahr 2010.

Chronik - 2000 bis Heute

2.7.2000

650 Jahrfeier Wahnsdorf

Zur Festveranstaltung, überbrachte der Männerchor den Wahnsdorfern 
musikalische Grüße aus Radebeul.

1.9.2000

Besuch der Partnerstadt Sankt Ingbert

Der Männerchor war mit seinen Frauen drei Tage in der Partnerstadt Sankt Ingbert im Saarland. Anlass ist das Jubiläum der befreundeten Sängergemeinschaft „MGV Frohsinn“. Das gemeinsame Konzert in der Stadthalle von  Sankt Ingbert ist für alle ein besonderes Erlebnis.

Besonders beeindruckend war die Besichtigung des Weltkulturerbes „Völklinger Hütte“. Der Klang der Männerstimmen in der ehemaligen Maschinenhalle war überwältigend.
Die Völklinger Hütte ist ein 1873 gegründetes ehemaliges Eisenwerk in der saarländischen Stadt Völklingen.

1994 erhob die UNESCO die Völklinger Hütte als erstes Industriedenkmal auf der Welt in den Rang eines Weltkulturerbes der Menschheit. 2007 wurde sie für die Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert.

22.4.2001

Frühjahrskonzert in Rathewalde

Das Frühjahrskonzert fand in der Kirche zu Rathewalde statt und war durch die herrliche Akustik ein besonderes Klangerlebnis für den Männerchor.

Juli 2002

Sommerfest im Familienzentrum Altkötzschenbroda

Im Familienzentrum und Mehrgenerationenhaus der “Familieninitiative e.V.” feierte der Chor bei Sonnenschein und guter Laune  ein Sommerfest.

9.10.2004

160. Jahre Männerchor „Liederkranz 1844“ Konzert in der Friedenskirche

Besonders festlich gestaltet der Chor sein 160-jähriges Bestehen mit einem Konzert in der Friedenskirche. Fünf Chöre aus Radebeul, Reichenberg und Pirna beteiligen sich an diesem Jubiläum.

Das Konzert war so unterschiedlich wie die Chöre selbst. Es erklangen Lieder, die dem festlichen Ort und Anlass angepasst waren, aber auch Heiteres und Frisches wurde dargeboten. Höhepunkt war das gemeinsame Singen der Chöre. Eine Abordnung des Partnerchores MGV „Frohsinn“ aus St. Ingbert traf bereits zwei Tage vorher in Radebeul ein.

Im Grußwort dankte der Oberbürgermeister der Stadt Radebeul, Bert Wendsche, dem Chor für sein langjähriges Wirken. Nach dem Festkonzert gab es für die Ehrengäste sowie die Sängerinnen und Sänger noch einen Empfang im Luthersaal. Diesen hatte die Fleischerei Joachim Schiefner, seit vielen Jahren förderndes Mitglied des Chores (Großvater Hugo und Vater Gerhard Schiefner waren viele Jahre Mitglieder bzw. Vorstand) ausgestattet.

Zum gemütlichen Ausklang ging es dann in die „Goldene Weintraube“, in der bereits die Gründer des Chores oft und gern feierten.

2005

Hans Jürgen Wächtler wird neuer Chorleiter

Hans-Jürgen Wächtler leitete seit 1969 den Meißner Chor „Blaue Schwerter“den er zu einem leistungsstarken Klangkörper entwickelte. Mit den Weihnachtskonzerten 2009 beendete der verdienstvolle Chorleiter seine künstlerische Tätigkeit im Chor "Blaue Schwerter" e.V. Meißen.

Hans Jürgen Wächtler erhielt in den Nachkriegsjahren im Dresdner Kreuzchor die Grundlagen seine musikalische Ausbildung. Später arbeitete er 36 Jahre an der Palucca Schule in Dresden als Tanzkorrepetitor. Daneben leitete er verschiedene Dresdner Chöre. In dieser Zeit hat er durch seinen sehr hohen Anspruch stets einen niveauvollen Chorgesang gesichert. Der Radebeuler Männerchor ist dankbar und stolz, dass er 2005 die Leitung des Männerchores „Liederkranz 1844“ übernahm.

2005

Gründung Sächsischer Chorverband e.V.

Durch die Gründung eines gesamtsächsischen Verbandes fand die Zersplitterung der sächsischen Chorlandschaft seit der politischen Wende 1989 ihr Ende.

Der Sächsische Chorverband e.V. hat über 8000 Mitglieder in über 260 Mitgliedschören und ist organisiert im Deutschen Chorverband, der weltweit größten Vereinigung von Sängerinnen und Sängern mit über 1,7 Mio Mitgliedern.

Im Sächsischen Chorverband sind gemischte Chöre, Frauen- und Männerchöre, Kinder- und Jugendchöre, Schulchöre, Gospelchöre sowie Vokalensembles und Instrumentalgruppen aus Sachsen organisiert.

2010

Singen am "Schwarzen Teich"

Das alljährliche Chorsingen am „Schwarzes Teich“ im Waldpark in der Niederlößnitz von Radebeul hat Tradition und ist immer gut besucht.

Die Chorgemeinschaft Radebeul-Lindenau (gegründet 1895) lädt seit 1945 jedes Jahr dazu ein, früher zum Pfingstsingen heute zum „Waldparksingen am Schwarzen Teich“.

Diese Tradition konnte, bis auf einige Unterbrechungen, zumindest seit 1990 wieder regelmäßig durchgeführt werden. Die Chöre stehen auf einer Lichtung im Waldpark vor dem Teich und die Zuhörer sitzen auf Bänken, mitgebrachten Stühlen oder auf der Wiese am Hang. Unterstützt werden die Chöre vom Posaunenchor der Friedenskirche.

Das Konzert 2010 stand unter dem Motto: „75 Jahre Radebeul“.  Insgesamt boten am Sonntagnachmittag sieben Radebeuler Chöre ihr Repertoire an.

24.9.2010

20. Herbst- und Weinfest in Kötzschenbroda

Wie jedes Jahr, so auch zum zweifachen Jubiläum sang der Männerchor an der Friedenskirche und trug damit zum Gelingen der Eröffnung des Festes bei. Prominenter Gast des Festes war der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Stanislaw Tillich.

Chronik - 1975 bis 1999

1990

Eintrag ins Vereinsregister

Der Männerchor „Liederkranz 1844“ wird ins Vereinsregister eingetragen. Seit 1990 gibt es auch wieder den neu gegründeten Sächsischen Sängerbund e.V. und diesem gehört unser Männergesangsverein natürlich auch an.

Als im September 1990 Chorvertreter aus allen Landesteilen Sachsens ihren Sächsischen Sängerbund wieder gründen, ist auch der langjährige Chorleiter (1983 bis 1991) des „Liederkranzes 1844“, Kantor Karl Frotscher unter ihnen. Einstimmig wurde er zum Vizepräsidenten gewählt. Als solcher ist er dabei, als  der Vorstand des Sächsischen Sängerbundes von Ministerpräsident Dr. Kurt Biedenkopf in der Dresdner Staatskanzlei empfangen wird.

1993

Festkonzert mit dem „Quartettverein Frohsinn 1923” e.V.

Ein Festkonzert mit dem Münsteraner „Quartettverein Frohsinn 1923 e.V., mit dem seit Jahren partnerschaftliche Beziehungen bestehen, war ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte des Chores. Die Gäste aus dem Münsterland weilten anlässlich des Chorjubiläums zum 150jährigen Bestehen des Radebeuler Chores in der Lößnitzstadt.

Im Juli 1990 wurde die Sängerschaftsbeziehung zum „MGV Frohsinn“ St. Ingbert im Rahmen der Städtepartnerschaft Radebeul – St. Ingbert (Saarland) geknüpft.

07.05.1994

150 Jahrfeier des Chores

Der Männerchor Radebeul e.V. „Liederkranz 1844“ feierte sein 150 jähriges Gründungsjubiläum in der Coswiger „Börse“ mit einem Festkonzert unter der Leitung von KMD Hans-Bernhard Hoch.

Gratulanten des Landkreises Dresden-Land, der Stadtverwaltung Radebeul, des Sängerbundes und Delegationen von Vereinen umliegender Ortschaften kamen und überbrachten Glückwünsche oder boten musikalisch einen Beitrag zum Gelingen des Abends. Höhepunkt war der gemeinsame Auftritt mit der Chorgemeinschaft Lindenau, unter der Leitung von Monika und Wolfgang Wehmann.

30.09.1995

Chorsingen an der Sängereiche in Dresden

Anlässlich des 130. Jahrestages des 1. Deutschen Sängerbundes und des 130. Pflanzjahres der Sängereiche in Dresden veranstalteten der Sächsische Sängerbund und der Chorverband Sachsen am 30. September ein Chorsingen an der Sängereiche auf den Elbwiesen. Hierzu trafen sich etwa 500 Sänger von fast 50 Chören aus Sachsen. Aus Radebeul nahmen der Männerchor Radebeul Liederkranz 1844 e.V. und die Chorgemeinschaft Radebeul-Lindenau 1895 e.V. teil. Zum Schluss sangen alle gemeinsam „Sachsen, mein Heimatland, hier bin ich zu Haus“.

Der 1862 in Coburg gegründete Deutsche Sängerbund veranstaltete 1865 in Dresden das 1. Deutsche Sängerbundesfest, das mehr als 20.000 Sänger vereinte. Sänger aus Leipzig hatten ein Eichenbäumchen mitgebracht, das unterhalb des Waldschlösschens auf den Elbwiesen zur Erinnerung an dieses Sängerfest gepflanzt wurde.

Als die Dresdner Sängereiche 60 Jahre alt geworden war, fand 1925 an der Elbe das 1. Sächsische Sängerbundesfest des 1924 gegründeten Sängerbundes statt.

06.10.1995

Chorkonzert mit dem Quartett-Verein „Frohsinn“ e.V. von 1923

Stadtrat Sehnert übereicht im Festsaal eine Grußadresse des Radebeuler Oberbürgermeisters Volkmar Kunze.

Vom 6. bis 8. Oktober statteten die Radebeuler Sänger mit ihren Ehefrauen einen Gegenbesuch in der Domstadt ab. Am 7. Oktober 1995 sang der Männerchor gem- einsam mit dem Quartett-Verein „Frohsinn“ e.V. von 1923 und anderen Chören beim Chorkonzert in der Stadthalle Hiltrup bei Münster (Nordrhein-Westfalen). Im historischen Friedenssaal des Rathauses fand ein offizieller Empfang für den Männerchor statt.

1996

Verleihung der Zelterplakette

Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte ist die  Verleihung der Zelterplakette durch den Bundespräsidenten Roman Herzog anlässlich einer Festveranstaltung in Garmisch-Partenkirchen Die Zelter-Plakette, benannt nach dem Komponisten Carl-Friedrich Zelter, wurde am 7. August 1956 von Bundespräsident Theodor Heuss „als Auszeichnung für Chorvereinigungen, die sich in langjährigem Wirken besondere Verdienste um die Pflege der Chormusik und des deutschen Volksliedes und damit um die Förderung des kulturellen Lebens erworben haben“ (Stiftungserlass) gestiftet.

Gemäß den „Richtlinien für die Verleihung der Zelterplakette“ von 1956 mit Ergänzung von 1960 wird die Zelter-Plakette frühestens aus Anlass des mindestens 100-jährigen Bestehens eines Chores auf dessen Antrag durch den Bundespräsidenten verliehen. Voraussetzung für die Verleihung ist der Nachweis, dass sich der Chor in ernster und erfolgreicher musikalischer Arbeit der Pflege des Chorgesanges gewidmet und im Rahmen der örtlich gegebenen Verhältnisse künstlerische oder Volksbildende Verdienste erworben hat.

Zur Übergabe der Zelter-Plakette fuhr eine Delegation des Chores in die Alpenstadt.Die Delegation des Männerchores Radebeul vor dem Kongresshaus, v.l.n.r.: Vorsitzender Dr. Wolfgang Kairsten, Alterspräsident Kurt Holsten(verst.), Schriftführer Erhard Wolf und deren Ehefrauen.

02.11.1996

Herbstveranstaltung im Gasthof in Sekowitz

Zur Herbstveranstaltung 1996 war der Chor Burkhardtswalde/Glashütte eingeladen. An diesem ersten Novembersonnabend war der Saal im „Gasthof Serkowitz“ bis auf den letzten Platz besetzt.

08.11.1997

Ehrung des Chorleiters Egon Häusler

Egon Häusler erhält für 40- jährige Tätigkeit als Chorleiter die Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes in Gold. Der Präsident des Sächsischen Sängerbundes, Wolfgang Wehmann, überreichte diese am 8. November 1997 anlässlich der Auszeichnungsfeier des Chores mit der Zelter – Plakette.

In seiner Rede würdigte er die ehrenamtliche Tätigkeit der gesamten Sängerschaft und sprach dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Kirsten den besonderen Dank des Sächsischen Sängerbundes aus.

17.05.1998

Waldparksingen

Zehn Chöre mit etwa 300 Sängerinnen und Sänger, die aus der Lößnitzstadt, Meißen, Heidenau und dem Lößnitzhochland angereist waren. Fast 2000 Zuhörer füllten den Waldpark. Gemeinsam wurde abschließend das Lied „Wahre Freundschaft soll nicht wanken“ gesungen.

18.09.1998

Radebeuler Herbst- und Weinfest

Traditioneller Chorauftritt zur Eröffnung des Radebeuler Herbst und Weinfestes. Schirmherr war in diesem Jahr Regierungspräsident Dr. Weidelehner. Der Oberbürgermeister der Partnerstadt von Sankt Ingbert Dr. Brandenburger überbrachte herzliche Grüße aus dem Saarland.

Danach vollzog der Oberbürgermeister Radebeuls, Dr. Volkmar Kunze, gemeinsam mit der Weinkönigin und dem Weinkönig Bacchus (Schauspieler Herbert Graedtke) den Weinfass-Anstich.

1999

Treffen des Sächsischen 
Sängerbundes

Teilnahme des Chores am Treffen des Sächsischen Sängerbundes in Großenhain.

Chronik - 1950 bis 1974

20.03.1950

Frühjahrskonzert im Kulturhaus “Heiterer Blick”

Unter dem Titel. „Ein heiter tönendes Mosaik zum Frühlingsanfang“ fand im „Heiteren Blick“ unter der bewährten Leitung von Walter Flath, das Frühjahrskonzert statt. In der Eröffnungsrede wünschte man sich Frieden.

30.09.1962

Sängertreffen Radebeuler Chöre

Das Sängertreffen der Radebeuler Chöre wurde im „Kulturhaus Völkerfreundschaft“, Lößnitzgrundstraße 8,  früher Grundschänke, heute Wohnbebauung, durchgeführt.

07.06.1964

Kreissängertreffen in Radeburg

Die Chöre werden ohne Namen geführt, es heißt nur Stützpunkt Radebeul. Dirigent war Max Lehmann.

31.08.1969

Ulf Stange wird neuer Chorleiter

Der bisherige künstlerische Leiter, Max Lehmann, trat am 31. August in den Ruhestand und übergab die Leitung des Chores an den Lehrer Ulf Stange. Die Zahl der aktiven Sänger beträgt 95 Mann. Zu Ehren des 20. Jahrestages der DDR sangen alle Radebeuler Chöre auf einer Festveranstaltung. Am 11. Oktober zum Herbstvergnügen, wurde Max Lehmann für seine langjährige Tätigkeit geehrt.

Chronik - 1925 bis 1949

20.06.1925

1. Sächsisches Sängerbundfest auf den Johannstädter Elbwiesen

Vom 20. bis 23. Juni richtete die Vereinigung das 1.Sächsische Sängerbundfest aus. Die dafür von Ratszimmermeister Karl Friedrich Noack auf den Johannstädter Elbwiesen errichtete 132 Meter lange und 70 Meter breite Festhalle bot 12.000 Sängern und etwa 15.000 Zuhörern Platz.

21.01.1930

Hugo Schiefner übernimmt den Vorstand

Chorleiter war Kantor Johannes Lindner. Der Chor war bis zu seiner Auflösung mit ca. 70 aktiven Sängern und 95 fördernden Mitglieder einer der stärksten Chöre der Region.

15.02.1930

85- jähriges Stiftungsfest in der “Goldenen Weintraube”

Das Fest fand  in den Sälen der „Goldenen Weintraube“ statt. Als großes Erntedankfest wurde es im Biedermeier Stil gefeiert. Die Weintraube war aufwendig geschmückt, es gab sogar eine Rutsche in den Saal, als Postkutsche getarnt. Das Stadtorchester unter Leitung von Herrn Stadtmusikdirektor Laudel spielte zum Tanz.

Nach Aussage der Chronisten war dieses Sängerfest eines der schönsten Feste des Chores. Bei noch keinem Sängerfest wäre soviel und begeistert gesungen worden. Sicher lag es auch an der bewegten Zeit, denn es war vor Ausbruch des Krieges und in den Chören kamen Tendenzen auf, die vielen Mitgliedern nicht gefielen.

21.06.1931

25. Jubiläum der Lößnitzgruppe im Sächsischen Elbgau Sängerbund

Das 25jährige Jubiläum der Lößnitzgruppe im Sächsischen Elbgau Sängerbund wurde am 21. Juni 1931 in der Schützenhalle zu Kötzschenbroda gefeiert.

1932

11. Sängerbundfest in Frankfurt am Main

Zum Deutschen Sängerbundfest in Frankfurt am Main nahm eine Abordnung des Männerchores mit der Fahne des Vereins teil. Die Fahne des Sängervereins ”Liederkranz 1844 ist eine der ältesten Fahnen und wurde gebührend bewundert.

1937

93. Gründungsfeier in der “Goldenen Weintraube”

Einige Mitglieder konnten infolge Arbeitslosigkeit und Bedürftigkeit keine Beiträge mehr entrichten.

Es war Zeit des Nationalsozialismus und auch in den Chören gab es zahlreiche Veränderungen. Das „deutsche“ Liedgut bekam einen sehr hohen Stellenwert. Der 1. Schreibmeister des „Liederkranzes“, Jakob Schüler, sah sich nach 8jähriger Tätigkeit (von 14.01.1930 bis 11.01.1938) gezwungen, sein Amt infolge Arbeitsüberhäufung durch ehrenamtliche Tätigkeit in der NSDAP niederzulegen. Karl Ruttloff übernahm sein Amt.

Der Chor sang zu verschiedenen Großveranstaltungen, wie am Nationalfeiertag. Es gab viele Reglementierungen, die Auftritte und Lieder wurden festgelegt. Die geselligen Herrenabende fanden seltener statt. In dieser Zeit nahmen die Mitgliederzahlen in den einzelnen Gesangsvereinen sehr ab, viele gingen ganz ein. Als einziger hielt sich der „Männerchor Liederkranz 1844“.

Die Sänger wurden in den Kriegsdienst einberufen und leider kehrten auch viele Männer nicht mehr nach Hause zurück. Wie schon nach dem Ausbruch des 1. Weltkrieges fielen auch nach Beginn des 2. Weltkrieges die Gesangsstunden aus. Die Postkartengrüße der Sänger, die sich an der Front befanden, wurden zu den Singstunden vorgelesen.

10.05.1942

Musikalische Gedenkfeier zum 100. Jahrestag Karl Mays

Auf dem Friedhof im „Karl May Hain“ fand eine musikalische Gedenkfeier zu Ehren des 100. Geburtstages von Karl May statt. Das Grabmal für Karl und Klara May, die Nachbildung des Niketempels von der Akropolis in Athen, steht an der nördlichen Quermauer des Friedhofs Radebeul-Ost, eines der beiden Radebeuler Hauptfriedhöfe.

Die Dichtung Karl Mays „ Ich komm zu Dir im Sonnenstrahl“ vertont für Männerchor von Musikdirektor Johannes Lindner kam zur Uraufführung.

Der langjährige Chorleiter, Musikdirektor Herr Kantor Johannes Lindner, legte sein Amt als Dirigent aus gesundheitlichen Gründen nieder. Herr Neubert wird neuer Chorleiter.

1944

100jähriges Bestehen des Männerchores

Die Zeit in der die 100. Jahrfeier des Chores fällt, ist keine gute Zeit zum Feiern. Trotzdem wurde mit den benachbarten Gesangsvereinen in der "Goldenen Weintraube“ ein kleines Konzert gestaltet.

1945

Erlass der sowjetischen Militäradministration

Nach dem Krieg wurden durch die sowjetischen Militäradministration der jegliche Vereinstätigkeit untersagte, alle Vereine aufgelöst, auch der Männerchor „Liederkranz 1844“.

Ab 1946

Chorleben in Radebeul

Auf Drängen zahlreicher aktiver Sänger erlaubte die Stadtverwaltung die Bildung eines Männerchores in Radebeul-Ost und eines Männerchores in Radebeul-West. 1990 wurde bei der Neueintragung in das Vereinsregisterbeim Amtsgericht wieder dieser Name eingetragen.

1982 löste sich der Chor Radebeul-Ost auf und von ihm schlossen sich neun Sänger dem Chor Radebeul-West an. Hier wurde nun die Tradition des alten Männergesangvereins „Liederkranz 1844“ fortgeführt.

Am 10. Dezember 1946 fand im Kaffee Lehmann, Bahnhofstraße die erste Zusammenkunft statt, 41 Sänger sind anwesend. Arthur Ranft wird als Vorsitzender gewählt, sein Stellvertreter ist Klempnermeister Wilhelm Graupner, Schriftführer wird Hugo Chmel und Chorleiter ist Walter Flath.

Gesungen wird zu Geburtstagen, Jubiläen, Gedenktagen, Grünen-, Silbernen-, und Goldenen Hochzeiten, aber auch zu traurigen Anlässen. Liederabende des Männerchores finden in den Radebeuler Gasthäusern statt. Besonders oft in der „Goldenen Weintraube, aber auch im „Heiteren Blick“, der „Börse“, der „Oberschänke“, der „Friedensburg“ und in „Mieths Weinstuben“.

Besonders beliebt sind die Pfingstsingen an „Schwarzes Teich“,die auch heute noch eine schöne Tradition darstellen. Auch auf Wanderungen und Ausflügen des Chores mit der ganzen Familie wird gesungen. Dazu muss vorher kräftig geübt werden. Im Jahresdurchschnitt finden 39 – 45 Proben statt. Bis Ende des zweiten Weltkrieges gab es drei Frauen- und zehn Männerchöre.

1947

Gerhard Schiefner wird Vorsitzender

Er übernimmt im Sinne seines verstorbenen Vaters das Amt des Vorsitzenden. Stellvertreter bleibt Wilhelm Graupner. Es gibt 48 aktive und 7 fördernde Mitglieder.

1.5.1949

Erster öffentlicher Auftritt nach dem Krieg

Den ersten öffentlichen Auftritt hatte der Männerchor zur Maifeier vor dem Niederlößnitzer Rathaus. Die Darbietungen der damals 40 Sängerumfassenden Chores fanden bei den Zuhörern viel Beifall.

In den 50er Jahren nahm die Pflege von Geselligkeit und Frohsinn wieder zu. Chorproben und Auftritte werden wieder zu einem festen Bestandteil des Lebens der Sangesbrüder. Feste  Traditionen werden aufgefrischt und gepflegt, es gibt wieder Frühlings- und Herbstvergnügen. Aber auch die sozialen Kontakte werden belebt, wie das Singen in den Altersheimen Neu- und Altfriedstein und im Krankenhaus. In vielen Veranstaltungen erfreut der Chor seine Zuhörer und wirbt mit seinen Auftritten zahlreiche Mitglieder.

So beträgt der Mitgliederstand im Jahre 1951 bereits 57 aktive Sänger. Freundschaftliche Beziehungen mit anderen Männerchören werden geknüpft und es gibt die ersten gemeinsamen Auftritte.

Chronik - 1900 bis 1924

1908

Sängerfest in Kötzschenbroda

Das Sängerfest in Kötzschenbroda wurde in der dafür hergerichteten Sängerfesthalle auf der heutigen Festwiese festlich begangen. Seit dieser Zeit sangen die Männer fast auf allen deutschen Sängerfesten, so in Stuttgart, Wien, Breslau, Nürnberg, Hamburg, Graz, Hannover und Frankfurt am Main.

Die Sängerfeste des Elbgau-Sängerbundes wurden in Sebnitz, Radeburg, Freiberg, Neustadt, Radeberg, Pirna, Pulsnitz und Dippoldiswalde durchgeführt und hatten immer viele Besucher.

1914

Beginn 1. Weltkrieg

Durch den ersten Weltkrieg wurde die Entwicklung des Chores jäh unterbrochen. Viele Sangesbrüder zogen in den Krieg. Die nicht einberufenen Chormitglieder bemühten sich, den Verein am Leben zu erhalten. Der Chor pflegte auch weiterhin das deutsche  Liedgut. Es gab gesellige Unternehmungen, bei denen auch viel gesungen wurde

14.12.1924

Gründung des Sächsischen Sängerbundes

Vom 20. bis 23. Juni richtete die Vereinigung das 1.Sächsische Sängerbundfest aus. Die dafür von Ratszimmermeister Karl Friedrich Noack auf den Johannstädter Elbwiesen errichtete 132 Meter lange und 70 Meter breite Festhalle bot 12.000 Sängern und etwa 15.000 Zuhörern Platz.

Chronik - 1875 bis 1899

1889

Chorkonzert zur 800-Jahrfeier des Hauses Wettin

Anlässlich der 800-Jahrfeier des Hauses Wettin wurde ein Konzert gegeben. Die Wettiner waren eine Dynastie deutscher Markgrafen, Kurfürsten und Könige und regierten das Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen (Obersachsen), Teile Thüringens und der Lausitz mehr als 800 Jahre. Das Geschlecht stellte im 18. Jahrhundert auch zwei Könige und Großfürsten von Polen-Litauen und begründete eine 66 Jahre andauernde Personalunion Sachsen-Polen. Der Name stammt von der Burg Wettin bei Halle in Sachsen-Anhalt. Das Fürstenhaus der Wettiner gehört zu den ältesten deutschen Fürstengeschlechtern.

1893

Fast 50jährige Chortradition

In der Chronik der „Lößnitz – Ortschaften“ schreibt der Verfasser Moritz Lilic, „dass von den verschiedenen Gesangvereinen der Lößnitzortschaften der „Liederkranz“ der älteste sei, denn seine ursprünglichen Statuten tragen das Datum des 23. März 1844.“

1895

Chorkonzert zum 80. Geburtstag von Fürst Bismarck

Der Reichskanzler des Deutschen Reiches Otto Eduard Leopold von Bismarck (1.4.1815 bis 30.7.1898) feierte 1895 seinen 80. Geburtstag und der Chor ehrte ihn mit seinen Liedern.

Otto von Bismarck ist der bedeutendste deutsche Staatsmann und Politiker des 19. Jahrhunderts. Sein Wirken prägte die deutsche und europäische Geschichte weit über sein Leben hinaus.

Chronik - 1844 bis 1874

19.05.1844

Gründung des Männergesangsvereines „Liederkranz 1844“

Der Gründer dieses Männergesangsvereins war ein berufener und fähiger Mann, der viel von seinem Können und Wissen an seine Mitglieder weitergab. Es war der Kantor der Kirche zu Kötzschenbroda, Traugott Friedrich Keller.

So fanden sich schon zu Anfang 21 sangesfreudige Kötzschenbrodaer Gewerbetreibende zusammen, um gemeinsam das deutsche Liedgut zu pflegen. Es waren Baumeister, Gastwirte, Korbmacher, Weinbauern und andere Handwerker. Nur Männer und Jünglinge von Bildung und gutem Rufe durften als aktive Mitglieder aufgenommen werden. Gastwirte wie Julius Große, Brauschänkengutsbesitzer „Großes Weinstuben“ und „Oberschänke“ und der Wirt der „Grundschänke“ Johann Andreas Arnold waren Gründungsmitglieder. Die Lehrer T. L. Schenk aus Zitzschewig, Franz Mohn aus Kaditz, G.A. Lehmann aus Niederlößnitz und J.T. Kind gehörten ebenso dazu wie der Literat Edmund Bartzsch.

Gesungen wurde anfänglich in der Kirche. Danach fanden die Chorproben vom Mai bis Oktober einmal die Woche in so genannten Mietlokalen der Stadt Radebeul. Zu nennen wäre hier das Kuffenhaus, der Gasthof Buchholz, Mietzschkes Weinschank, die Sängerhöhe, Cafe Lehmann, der Ratskeller von Kötzschenbroda und Niederlößnitz. Eines der letzten Lokale war der Bürgergarten in Altkötzschenbroda, wo noch bis 1992 gesungen wurde.

In den Jahren 1855 bis 1875 entstanden in den Lößnitzgemeinden viele Vereine, die den Gesang pflegten. Sie wurden fast ausschließlich von Lehrern oder Kantoren geleitet, wie auch der Männerchor Liederkranz 1844. Nach Überwindung der Anfangsschwierigkeiten beim Aufbau und in der Entwicklung des Chores, erreicht dieser unter der Stabführung von Kantor Keller, ein Leistungsniveau, das ihn über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machte.

Kantor Keller prägte und leitete den Chor 21 Jahre von seiner Gründung bis August 1865. Schon damals wurden die ersten Verbindungen zu auswärtigen Chorgemeinschaften aufgenommen und Sängerfreundschaften geschlossen.

16.11.1873

Stiftung und Weihe der Vereinsfahne

Die Sängerfrauen fertigten in Handarbeit eine Vereinsfahne und stifteten sie dem Verein, damit unterstützten sie aktiv das Hobby ihrer Männer. Noch heute wird sie zu besonderen Anlässen  gezeigt. Dem Vereinsvorstand Fleischermeister Gerhard Schiefner ist es zu verdanken, dass es die Fahne heute noch gibt. Er hatte sie in den Kriegswirren versteckt und damit für den Chor bewahrt.

21.09.1862

Gründung des Deutschen Sängerbundes

Am 21. September 1862 wurde der Deutsche Sängerbund (DSB) in Coburg gegründet, er war der weltgrößte Laienchorverband. Er vereinigte 1,8 Millionen Mitglieder in nahezu 22.000 Chören sowie an Chören angeschlossenen Instrumental- und Tanzgruppen in Deutschland und im Ausland.

1865 findet das 1. Deutsche Sängerbundfest in Dresden statt.

1863

Gründung des Sächsische Elbgau-Sängerbundes

Als Dachverband für unsere Gegend wurde der Sächsische Elbgau-Sängerbund gegründet. Sein Erster Vorsitzender Johann Heinrich Adolf Leiberg verstarb 1928 in Dresden. Seine Begräbnisstätte gehört zu den 35 historischen, unter Denkmalschutz stehenden Grabstellen, auf dem Loschwitzer Friedhof.

1869

Aufnahme in den Deutschen Sängerbund

Zur Freude der Männer wurde der Chor 1869 in den „Deutschen Sängerbund“ aufgenommen. Die Sänger sahen es als Verpflichtung und Ehre

Zusammengestellt für dem Männerchor Radebeul e.V. „Liederkranz 1844“ von Barbara Sehnert.

Leitung & Chorvorstand

Seit 2020 wird unser Chor von Johannes Rauschelbach geleitet. Unser 24jähriger Chorleiter aus Jena studiert zur Zeit Chordirigieren an der Musikhochschule Car Maria von Weber in Dresden.

Aktueller Vorsitzender Männerchor Radebeul e.V. „Liederkranz 1844“ ist Volkmar Kretzschmar. Bei organisatorischen Fragen zum Verein, zu Auftritten oder zum Mitsingen im Chor erreichen Sie den Vorstand telefonisch unter (0351) 83 65 311 oder per E-Mail: vorstand@maennerchor-radebeul.de.

Mitgliedschaften & Netzwerk

Unser Chor ist Mitglied in folgenden Chorverbänden:
» Deutscher Chorverband e.V.
» Sächsischer Chorverband e.V.
» Ostsächsischer Chorverband e.V.

Enge Partnerschaften pflegen wir zu folgenden Chören in der Region und im Saarland:
» MGV „Frohsinn“ St. Ingbert e.V.
» Lößnitzchor e.V. Radebeul
» Chorgemeinschaft Radebeul-Lindenau 1895 e.V.